Programm

Diskussion und Lesung

Wessen Erinnerung zählt?

Koloniale Vergangenheit und Rassismus heute

  • Di
  • 22.09
  • 20.00h

Die Veranstaltung muss leider verschoben werden. Der neue Termin wird noch bekanntgegeben.

Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung steht zum ersten Mal als Auftrag „die Aufarbeitung des Kolonialismus“. Nicht nur Museumsleute diskutieren über koloniale Raubkunst und die Frage, wie mit ihr umzugehen sei. Es gibt auch zahlreiche postkoloniale Initiativen die von People of Colour getragen werden.

Dr. Mark Terkessidis, renommierter Migrations- und Rassismusforscher, schlägt in seinem Buch „Wessen Erinnerung zählt?“ einen Bogen von der deutschen kolonialen Vergangenheit zum heutigen Rassismus. Erst wenn die Kolonialperiode in Ländern wie Namibia, Kamerun oder Ruanda in unser kollektives Bewusstsein rücke, würde sich der Blick auf Flucht und Migration ändern können, schreibt Terkessidis. Er plädiert für eine neue Erinnerungskultur in einem Land, dessen Bevölkerung immer diverser wird. An diesem Abend wird Mark Terkessidis aus seinem Buch lesen und mit der Kulturwissenschaftlerin Silvia Bauer darüber diskutieren, wie eine multiperspektivische Erinnerungskultur aussehen kann, um aus einer eurozentrischen Perspektive herauszukommen.

Mark Terkessidis
Mark Terkessidis, geboren 1966, ist freier Autor und hat u. a. für taz, Tagesspiegel, Die Zeit und Süddeutsche Zeitung geschrieben, sowie Radiobeiträge für den Deutschlandfunk verfasst und im WDR-Radio moderiert. Er promovierte über die Banalität des Rassismus und unterrichtete an den Universitäten Köln, Rotterdam und St. Gallen. Zuletzt veröffentlichte er Interkultur (2010), Kollaboration (2015) und Nach der Flucht (2017).

Silvia Bauer
Silvia Bauer ist freie Kuratorin und Kulturvermittlerin, sie arbeitet u. a. für die Münchner Festivals DOK.fest und SPIELART, leitet CINEMA IRAN und recherchiert und kommuniziert für Investigative Theater. Sie moderiert Diskurs-, Literatur- und Kunstveranstaltungen und unterrichtet u. a. an der Universität Bremen und der HfT Stuttgart interkulturelle, feministische und digitale Themen.

In Kooperation mit der Petra-Kelly-Stiftung.

EINTRITT 8 € / 5 € ermäßigt
KARTEN reservierung@giesinger-bahnhof.de

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